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Girokonto kostenlos 2026 – worauf es ankommt

Veröffentlicht am 03.10.2026

•4 Min. Lesezeit•Von Giampiero Brunetti

Wer ein neues Konto sucht, stößt schnell auf das Versprechen „Girokonto kostenlos“. Doch was bedeutet das im Alltag? Fast jede Bank wirbt damit, in der Praxis unterscheiden sich die Bedingungen aber deutlich. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie bei einem Girokonto kostenlos achten sollten, welche Kostenfallen es gibt und wie Sie Angebote sinnvoll vergleichen. Er ersetzt keine Beratung und enthält keine persönliche Empfehlung.

Girokonto kostenlos: Wie ist die Marktlage?

Die Stiftung Warentest hat für ihre Ausgabe 9/2026 nach eigenen Angaben 758 Gehalts- und Rentenkonten von 190 Banken ausgewertet. Nur zwölf davon sind demnach „ohne Wenn und Aber“ kostenlos. Das heißt: Das Konto wird online geführt, und die Bank verlangt allenfalls regelmäßige Geldeingänge, aber kein Mindestgehalt, keinen Sparplan und keine Altersgrenze (Stand: Oktober 2026).

Gleichzeitig berichten Verbraucherportale, dass Sparkassen und Volksbanken ihre Preise anheben. Teilweise wird inzwischen auch für die Girocard eine Jahresgebühr fällig, selbst bei Online-Kontomodellen. Direktbanken bleiben dagegen häufig bei 0 Euro Grundgebühr. Konditionen können sich jederzeit ändern, prüfen Sie daher immer die aktuellen Angaben des Anbieters.

Beispiele aus dem Markt

Die folgende Übersicht zeigt, was Testberichte und Vergleichsportale zuletzt genannt haben. Sie dient nur der Orientierung und ist keine Empfehlung (Stand: Oktober 2026, Angaben ohne Gewähr).

AnbieterKontoführungAuffälligkeit laut Berichten
BBVA0 EuroGuthabenzins von 2,25 % genannt, keine Fremdwährungsgebühr
Trade Republic0 EuroGuthabenzins von 2,25 % genannt
N26 Standard0 Eurolaut Stiftung Warentest ohne Wenn und Aber kostenlos, Dispozins teils über 12,65 %

Quellen: Stiftung Warentest (Finanztest 9/2026) sowie Auswertungen von Capitalo, Reisetopia und Finanzfluss.

Fünf Kriterien für den Girokonto-Vergleich

1. Bedingungen für die Kostenfreiheit

Prüfen Sie, ob das Girokonto kostenlos wirklich für alle gilt oder nur mit Gehaltseingang, Mindestbetrag oder bis zu einem bestimmten Alter. Fällt die Bedingung weg, wird oft eine monatliche Gebühr berechnet.

2. Dispozins und Überziehung

Die Spanne ist groß: Die Stiftung Warentest nennt für günstige und bedingt kostenlose Konten Dispozinsen zwischen rund 6,84 und 13,73 Prozent pro Jahr (Stand: Oktober 2026). Wer den Dispo gelegentlich nutzt, sollte den Zinssatz unbedingt vergleichen.

3. Kosten für Karten und Bargeld

Girocard, Kreditkarte und Bargeldabhebungen sind häufig separate Kostenpunkte. Achten Sie darauf, ob eine Karte inklusive ist und wie viele Abhebungen pro Monat gratis sind. Prüfen Sie auch, ob es Automaten in Ihrer Nähe gibt.

4. Guthabenzinsen

Einige Anbieter verzinsen das Guthaben auf dem Konto. Das kann sich lohnen, ist aber meist zeitlich oder betragsmäßig begrenzt und kann geändert werden.

5. Service, App und Einlagensicherung

Eine gut funktionierende App, erreichbarer Kundenservice und die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank sind im Alltag wichtig. Das gilt besonders, wenn Sie das Girokonto kostenlos als Hauptkonto nutzen möchten.

Typische Kostenfallen

  • Gebühren für Papier: Kontoauszüge per Post, Überweisungsbelege und Beratung in der Filiale kosten oft extra.
  • Preiserhöhungen: Ein Konto, das heute 0 Euro kostet, kann später Gebühren erhalten. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen Banken Entgelte nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Kundinnen und Kunden erhöhen. Lesen Sie Änderungsmitteilungen deshalb genau.
  • Lockangebote: Wechselprämien sind verlockend, gelten aber oft nur bei Gehaltseingang und Mindestlaufzeit.
  • Teurer Dispo: Wird das Konto dauerhaft überzogen, entstehen hohe Zinskosten.
  • Fremdwährungsgebühren: Bei Zahlungen im Urlaub außerhalb des Euroraums können Aufschläge anfallen.

Kontowechsel: So läuft er ab

Seit dem Zahlungskontengesetz müssen Banken beim Kontowechsel helfen. Die neue Bank kann auf Wunsch Daueraufträge und Lastschriften vom alten Konto übernehmen. Den Wechsel können Sie meist online anstoßen. Planen Sie dennoch einige Wochen Übergangszeit ein und lassen Sie das alte Konto erst zu, wenn alle Zahlungen umgestellt sind. Informieren Sie außerdem Arbeitgeber und Vertragspartner über die neue Kontoverbindung.

Für wen eignet sich welches Kontomodell?

Reine Online-Konten sind meist günstig, setzen aber voraus, dass Sie Bankgeschäfte selbstständig per App oder Browser erledigen. Wer regelmäßig Bargeld einzahlt, etwa als Selbstständige oder Selbstständiger mit Barumsätzen, sollte prüfen, ob und wie Einzahlungen überhaupt möglich sind und was sie kosten. Filialbanken bieten persönliche Ansprechpartner und ein dichtes Automatennetz, verlangen dafür aber häufiger eine Grundgebühr. Gemeinschaftskonten für Paare, Konten für Minderjährige und Konten für Studierende haben zudem eigene Bedingungen. Auch ein Zweitkonto kann sinnvoll sein, etwa für Haushaltsausgaben oder Reisen. Vergleichen Sie auch hier die Details, denn die Kostenfreiheit gilt nicht automatisch für jedes Zusatzangebot.

Worauf Sie beim Vergleichen achten sollten

Überlegen Sie vorab, wie Sie Ihr Konto nutzen: Wie oft heben Sie Bargeld ab? Brauchen Sie eine Filiale? Wird das Konto als Gehaltskonto genutzt oder als Zweitkonto? Daraus ergeben sich Ihre Prioritäten. Ein Konto, das für eine Person ideal ist, kann für eine andere unpassend sein. Vergleichen Sie deshalb immer die Gesamtkosten über ein Jahr und nicht nur die Grundgebühr.

Wichtig: Wir sind ein Tippgeber und keine Beratungsstelle. Wir vermitteln keine Konten und geben keine persönlichen Empfehlungen. Über unseren Vergleichsrechner können Sie sich selbst einen Überblick verschaffen.

Fazit

Ein Girokonto kostenlos zu finden ist weiterhin möglich, aber nicht mehr selbstverständlich. Viele Filialbanken erhöhen ihre Preise, während Direktbanken häufig bei 0 Euro Kontoführung bleiben. Entscheidend sind die Bedingungen, der Dispozins, Kartenkosten und mögliche Preisänderungen. Wer die Kriterien kennt und Angebote regelmäßig prüft, kann bei der Kontoführung spürbar sparen. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, Stand Oktober 2026, und können sich ändern.

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